Arbeitseinheit Klinisch-psychologische Intervention

Bergische Universität Wuppertal

Neue Publikation: Wenn Erinnerungen die Trauer am Leben erhalten.

06.08.2026|12:14 Uhr

Wenn Menschen einen nahestehenden Menschen verlieren, passt sich die Mehrheit im Laufe der Zeit an den Verlust an. Bei manchen bleibt die Trauer jedoch dauerhaft belastend – man spricht dann von einer Anhaltenden Trauerstörung (ATS). Theoretische Modelle gehen davon aus, dass Erinnerungsprozesse dabei eine zentrale Rolle spielen, doch wie genau sich verlustbezogene Erinnerungen und Trauersymptome über die Zeit gegenseitig beeinflussen, war bislang kaum untersucht.

In unserer Studie haben wir 275 trauernde Erwachsene über die ersten 18 Monate nach ihrem Verlust begleitet und mittels dynamischer Netzwerkanalyse untersucht, wie Merkmale verlustbezogener Erinnerungen (z. B. Wiedererleben, Trigger, körperliche Reaktionen) und Symptome anhaltender Trauer sich wechselseitig vorhersagen. Das haben wir gefunden:

Was bedeutet das für die Praxis?

Der Artikel ist Open Access verfügbar:
Lechner-Meichsner, F., Ebrahimi, O.V., Ehlers, A., & Smith, K.V. (2026). When memories keep grief alive: A dynamic model of memory characteristics and prolonged grief. Psychotherapy and Psychosomatics. https://doi.org/10.1159/000553394