Der Verlust eines nahestehenden Menschen ist ein einschneidendes Ereignis und meist gelingt im Laufe der Zeit eine Anpassung an den Verlust. Bei manchen Menschen bleibt die Trauer jedoch dauerhaft belastend und einschränkend und nimmt die Form einer Anhaltenden Trauerstörung (ATS) an. Theoretische Modelle gehen davon aus, dass Gedächtnisprozesse dabei eine zentrale Rolle spielen, doch wie genau sich verlustbezogene Erinnerungen und Trauersymptome über die Zeit gegenseitig beeinflussen, wurde bislang kaum untersucht.
In einer Studie wurden 275 trauernde Erwachsene über die ersten 18 Monate nach ihrem Verlust begleitet. Wir untersuchten mittels dynamischer Netzwerkanalyse, wie Merkmale verlustbezogener Erinnerungen (z. B. Wiedererleben, Trigger, körperliche Reaktionen) und Symptome anhaltender Trauer sich wechselseitig vorhersagen.
Das haben wir gefunden:
Was bedeutet das für die Praxis?
Eine Fokus auf der Arbeit mit verlustbezogenen Erinnerungen sollte ein fester Bestandteil trauerfokussierter Psychotherapie sein.
Der Artikel ist Open Access verfügbar:
Lechner-Meichsner, F., Ebrahimi, O.V., Ehlers, A., & Smith, K.V. (2026). When memories keep grief alive: A dynamic model of memory characteristics and prolonged grief. Psychotherapy and Psychosomatics. https://doi.org/10.1159/000553394